Die Suche im digitalen Raum verändert sich durch den rasanten Aufstieg von KI.
Google bleibt jedoch in Deutschland der wichtigste Zugang zu digitaler Nachfrage. Gleichzeitig wächst KI schneller als alle anderen betrachteten digitalen Kanäle. Der KI-Markt selbst verschiebt sich ebenfalls: ChatGPT bleibt groß aber verliert Marktanteile, Gemini gewinnt deutlich, Claude wird in professionellen Kontexten wichtiger
und weitere Systeme besetzen ganz eigene Rollen.
Dieser Artikel zeigt, was diese Entwicklung für digitale Sichtbarkeit bedeutet. Dafür verbindet er zwei Perspektiven: den Blick auf die Internetnutzung in Deutschland und den Blick in die Marktverteilung der wichtigsten LLMs.
Der starke Anstieg der KI-Nutzung erweitert die digitale Informationssuche um eine zusätzliche Sichtbarkeitsebene.
In der klassischen SEO-Betrachtung war der Weg häufig stark von Google zur Website geprägt:
Klassischer Funnel
Bedarf entsteht → Google-Suche → Ergebnisliste → Website-Klick → Anbieterbewertung → Anfrage
Dieser Pfad bleibt wichtig. Google bleibt der zentrale Zugang zu bestehender Nachfrage. Auch Social Media, Bewertungen und Vergleichsinhalte prägen die Entscheidungsfindung weiterhin.
Die Veränderung liegt vor allem darin, dass KI Teil der normalen Informationssuche wird. Nutzer stellen Fragen in KI-Chats, sehen AI Overviews in Google oder erhalten zusammengefasste Antworten, bevor sie sich ausführlich auf einer Website informieren.
Erweiterter Funnel
Bedarf entsteht → Google, Social Media oder KI → Suchergebnis, KI-Antwort, Eindruck und erste Einordnung → Website oder direkte Kontaktaufnahme → Anfrage
KI bündelt Informationen aus verschiedenen Quellen und spielt sie als eigene Plattform(-Antwort) aus. Die Zielgruppe sieht häufiger zuerst KI-Antworten, Bewertungen, Social-Media-Inhalte oder externe Erwähnungen, bevor sie eine Webseite besucht.
| Nutzer | Verhalten |
|---|---|
| 50 Prozent | nutzen zumindest gelegentlich KI-Chats statt klassischer Suche |
| 34 Prozent | nutzen KI-Anwendungen mindestens wöchentlich |
| 15 Prozent | nutzen KI täglich |
| 24 Prozent | nutzen KI seltener als einmal pro Woche |
| 73 Prozent | bewerten Ergebnisse aus KI-Chats als hilfreich |
Der starke (prognostizierte) Anstieg in der Grafik passt zu einem Verhalten, das in Deutschland bereits begonnen hat.
Die Studie von Bitkom hat ergeben: Von 81 Prozent der Unternehmen und 67 Prozent der Bevölkerung wird KI als wichtige Zukunftstechnik angesehen. Und fast ⅓ der Unternehmen haben eine höhere Investition in KI-Technologie als im Vorjahr (2025) geplant.
Der Website-Klick verschwindet dadurch nicht gänzlich. Er kommt nur später oder aus einer bereits vorgeprägten Informationslage heraus. Und wer dort sichtbar wird und die Einordnung positiv prägt, ist dem Benchmark voraus.
Die zweite Grafik von Philipp Klöckner blickt nicht mehr auf die allgemeine Internetnutzung, sondern auf die Zusammensetzung des KI-Marktes. Sie zeigt, wie sich die Marktanteile wichtiger LLM-Systeme seit 2023 verändert haben.
Perplexity steht für rechercheorientierte Suche. Das System ist besonders relevant, wenn Nutzer Quellen vergleichen, Anbieter einordnen oder komplexe Themen schnell verstehen wollen. Das betrifft vor allem B2B, Beratung, Software, Finanzen, Gesundheit, Recht, Bildung und andere Bereiche, in denen Vertrauen, Belege und fachliche Einordnung wichtig sind.
Microsoft Copilot erweitert die Suche in Richtung Arbeits- und Entscheidungskontext. Das System kann je nach Nutzung Webinformationen, Arbeitsdaten, Dateien, E-Mails, Meetings, Präsentationen oder Tabellen einbeziehen. Dadurch findet KI-gestützte Informationssuche nicht nur auf einer öffentlichen Suchoberfläche statt, sondern auch dort, wo Entscheidungen vorbereitet, dokumentiert und weitergegeben werden. Relevanter wird das vor allem für B2B, Enterprise, SaaS, Industrie und professionelle Dienstleistungen.
Grok ist vor allem dort relevant, wo Suche nah an Echtzeitdiskurs, Meinungen und öffentlichen Debatten liegt. Durch die Nähe zu X kann Grok Themen aufgreifen, die sich stark über aktuelle Beiträge, Trends und Diskussionen entwickeln. Das betrifft besonders PR, Medien, Tech, Finance, Entertainment, gesellschaftliche Debatten und Marken, deren Wahrnehmung stark durch öffentliche Diskussion geprägt wird.
Der KI-Markt wird nicht nur größer, sondern auch funktional breiter. Für GEO heißt das nicht, jedes Tool einzeln zu optimieren. Wichtiger ist, die relevante Suchintention der eigenen Zielgruppe zu verstehen und Inhalte, Quellen, Erwähnungen und Plattformpräsenz darauf auszurichten.
Die breitere Verteilung im KI-Markt hat eine zweite Konsequenz:
KI-Sichtbarkeit entsteht nämlich nicht im luftleeren Raum. KI-Systeme greifen auf Informationen zurück, die an vielen digitalen Orten entstehen: Websites, Suchergebnisse, strukturierte Inhalte, Medienberichte, Fachportale, Bewertungen, Social-Media-Inhalte, Foren und Communities.
SEO sorgt für auffindbare, strukturierte und thematisch klare Inhalte. Social Media erzeugt Aufmerksamkeit, Wiedererkennung und Diskussionen. Medien, Communities und Bewertungsplattformen liefern externe Einordnung, Erwähnungen und Kontext. Und gemeinsam stärken sie auch GEO.
Google bringt KI nicht nur über die Gemini-App in den Markt.
Philipp Klöckner beschreibt diesen Punkt als strukturellen Marktvorteil. Google muss im Consumer-Markt nicht zuerst Aufmerksamkeit für eine neue App aufbauen. Viele Nutzer sind bereits täglich in Google-Produkten aktiv. KI kann dort erscheinen, wo Menschen suchen, navigieren, schreiben, planen, Videos schauen oder Entscheidungen treffen.
Dazu kommen mehrere Vorteile, die nur wenige Anbieter in dieser Kombination besitzen:
Genau daraus entsteht Googles Stärke im Consumer-KI-Markt. Während andere Anbieter Nutzer aktiv in eigene Apps, Pro-Versionen oder neue Workflows führen müssen, kann Google KI in gewohnte Alltagsnutzung einbetten.
Die Daten zeigen: Suche wird breiter, KI wächst in die Informationssuche hinein und Sichtbarkeit entsteht auf neuen Kanälen.
digitalagenten unterstützt Sie dabei, diese Sichtbarkeit strukturiert zu analysieren und weiterzuentwickeln – von klassischer Google-Sichtbarkeit über lokale Suche bis zur Sichtbarkeit in KI-Antworten. Jeweils modular oder mit ganzheitlicher.
digitalagenten unterstützt Sie dabei, diese Sichtbarkeit strukturiert zu analysieren und weiterzuentwickeln – von klassischer Google-Sichtbarkeit über lokale Suche bis zur Sichtbarkeit in KI-Antworten. Die Zusammenarbeit kann je nach Bedarf modular für einzelne Bausteine oder ganzheitlich von Analyse über Umsetzung bis zur laufenden Optimierung erfolgen.
Online Marketing Agentur Berlin » Blog: News zu SEO, SEA & Social Media Optimierung aus Berlin » Suchtrends 2026: KI, Google und Social Media
Lorenz Wacker ist Managing Partner und Digital Strategist bei Digitalagenten Berlin und hat sich auf umfassende digitale Strategie spezialisiert. Als Geschäftsführer bringt er seine tiefgreifende Expertise und visionären Ansatz in die Gestaltung digitaler Multichannel-Strategien ein. Lorenz verfügt über umfangreiche Branchenerfahrung in den Bereichen Automotive, Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Online Medien, Telekommunikation, Einzelhandel, Reisen und Gesundheitswesen.
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